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Megaprojekte in Südmexiko:
´Tren Maya´ & ´Interozeanischer Korridor´ in Südmexiko


Die 2018 gewählte Morena-Regierung treibt ihre `Territoriale Neuordnung´ voran und verspricht den Menschen Arbeitsplätze und Wohlstand. Im Mittelpunkt stehen die umstrittenen Infrastrukturprojekte `Tren Maya´ (Maya-Zug) auf der Yucatán-Halbinsel und `Corridor Interoceánico´ (Interozeanischer Industriekorridor) in der Landenge zwischen Pazifik und Atlantik. Das 2.000 km lange Netz aus Gleisen und Straßen soll ein ökonomisches Gerüst für neue Städte, Häfen und Industrieparks bilden. Für den immensen Flächenbedarf will der Staat (geschützte) Wälder abholzen und indigenes Gemeindeland enteignen. Wo heute genossenschaftliche Ejidos bewirtschaftet werden, sollen morgen Raffinerien, Monokulturen und Pipelines entstehen, um Rohstoffe und Güter auf dem Weltmarkt anzubieten. Darüber hinaus plant die mexikanische Regierung die Ausweitung des Massentourismus zwischen archäologischen Stätten, Naturschutzgebieten und Karibikstränden. Die indigenen Bevölkerungsgruppen wehren sich gegen die (illegale) Landnahme, da dadurch auch ihre Kosmovision und Ernährungssouveränität bedroht werden. Bereits heute schädigen die verschiedenen Wirtschaftsaktivitäten einzigartige Ökosysteme und Wasserressourcen.
Seit Jahrzehnten existieren verschiedene neoliberale Pläne für Südmexiko, die jedoch am Widerstand der ansässigen Bevölkerung scheiterten. Deshalb hat Morena den Streitkräften nun eine Schlüsselfunktion übertragen: Einerseits sind sie an der Konstruktion des Schienennetzes beteiligt und profitieren von den Transporteinnahmen, andererseits sollen sie die Migration stark einschränken. Dabei ist die Armee in zahlreiche Korruptions- und Menschenrechtsverletzungen verstrickt, sogar in die blutigen Aktivitäten des `Organisierten Verbrechens´. Ihnen geht es – wie den international tätigen Unternehmen – um die Kontrolle strategischer Routen und Märkte. 2023 verhängte das Oberste Gericht den endgültigen Baustopp für `Tren Maya´, da u.a. keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden war. Nach dem Gerichtsurteil erklärte Präsident Obrador das Projekt zur `Nationalen Sicherheit´ und ließ gesetzeswidrig weiterbauen.
Anfang 2026 sind die meisten Infrastrukturprojekte im Rahmen der `Territorialen Neuordnung´ fertiggestellt. Der Widerstand gegen drohende Folgepläne besteht in Südmexiko fort und überschreitet Grenzen. Denn inzwischen hat die mexikanische Regierung ein Abkommen mit Guatemala und Belize geschlossen, das den Weg für eine Verlängerung des `Tren Maya´ in die Nachbarstaaten ebnen soll.


Das Projekt wurde finanziell unterstützt durch: